Leberwickel machen auf zwei Arten erklärt: feucht-heiß oder körperwarm

Wickel um Bauch

Der Leberwickel ist ein traditionelles Hausmittel. Richtig angewandt regt er die Lebertätigkeit an und fördert die Entgiftung (Reinigung). Der Leberwickel ist daher für eine Entschlackungskur eine wirkungsvolle Unterstützung.

Du kannst einen Leberwickel auf mehrere Arten machen. Nach meiner Erfahrung als Gesundheits- und Krankenpflegerin haben sich diese zwei Methoden bewährt: der Leberwickel als feucht-heiße Kompresse oder als körperwarme Ölkompresse. In diesem Beitrag zeige ich Dir die Anleitung für beide Methoden.

Für welche Art des Leberwickels Du Dich entscheidest, hängt von Deinen Vorlieben bzw. bestimmten Umständen (Kontraindikationen) ab:

Die feucht-heiße Kompresse ist eine sehr reizintensive, „heiße“ Anwendung. Sie wird eher kurz (max. 20 Minuten) aufgelegt, dauert etwas länger in der Vorbereitung. Außerdem ist sie für bestimmte Menschen nicht geeignet, wie z.B. Säuglinge, Kleinkinder oder bei Beschwerden im Klimakterium (Details dazu findest Du hier: Anwendungshinweise feucht-heiße Kompresse.)

Im Gegensatz dazu ist die körperwarme Ölkompresse mild in der Anwendung (d.h. vom Reiz her weniger intensiv) und schnell vorbereitet. Durch ihre angenehme Wärme kannst Du sie über mehrere Stunden tragen.

Feucht-heiße Kompresse (Gesamtdauer inkl. Vorbereitung und Nachruhephase: ca. 45 Minuten)

Körperwarme Ölkompresse (Gesamtdauer inkl. Vorbereitung: ab 60 Minuten - kann je nach Empfinden auch über mehrere Stunden angelegt bleiben zum Beispiel die ganze Nacht).

Wann und wofür ist ein Leberwickelt geeignet?
Das richtige Öl für einen Leberwickel
Ideale Uhrzeit für einen Leberwickel

Vorbereitung für die feucht-heiße Kompresse

Der Leberwickel dauert ein wenig in der Vorbereitung. Plane mind. 30 Minuten Zeit für die Vorbereitung inkl. Durchführung ein. Idealerweise gönnst Du Dir nach der Anwendung eine Ruhepause von 15 Minuten. Für einen ungestörten Ablauf empfehle ich Dir: entleere Deine Blase vor der Anwendung.

Materialien für die feucht-heiße Kompresse

Für die feucht-heiße Kompresse brauchst Du diese Materialien:

  • 1 Schüssel
  • 1 Liter sehr heißes Wasser
  • 1 TL Salz als Emulgator (bevorzugt Meersalz)
  • Ätherische Öle nach Wahl (hier findest Du meine Empfehlung: Das richtige Öl für einen Leberwickel)
  • Verschiedene Tücher:
    • 1 Auswringtuch (Geschirrtuch)
    • 1 Innentuch (z.B. Baumwolltuch, Stoffwindel, Geschirrtuch, Frottee-Waschlappen, Waffelpikee oder Molton)
    • 1 Zwischentuch (Baumwolltuch, Stoffwindel oder Geschirrtuch)
    • 1 Außentuch (großes Badehandtuch, Leintuch oder Wolltuch)
  • 1 gefüllte Wärmeflasche oder ein anderes Wärmeelement (z.B. Traubenkernkissen, Kirschkernkissen oder Hotpack)
  • 1 Handtuch zum Draufliegen als Schutz für Sofa oder Bett

Anleitung Leberwickel machen als feucht-heiße Kompresse

  1. Tücher vorbereiten: Lege das große Außentuch unter den Oberkörper der betreffenden Person, damit Du sie später damit einwickeln kannst. Wenn Du den Leberwickel bei Dir selbst machst, lege Dir das Außentuch auf dem Sofa oder Bett ausgebreitet aus. Breite nun das Auswringtuch auf der Arbeitsfläche aus. Rolle das Innentuch zusammen und lege es der Länge nach auf das Auswringtuch. Rolle nun das Auswringtuch mit Innentuch ein.
  2. Wasser mit ätherischen Ölen zubereiten: Gieße heißes Wasser in die bereitgestellte Schüssel (Vorsicht Verbrühungsgefahr) und füge das Meersalz und max. 2 bis 4 Tropfen ätherisches Öl hinzu.
  3. Tuch eintauchen: Tauche das vorbereitete Auswringtuch mit Innentuch ins heiße Wasser ein und lasse es vollsaugen. Achte darauf, dass die Enden vom Auswringtuch über dem Schüsselrand hängen und nicht im heißen Wasser. Nimm die Rolle danach aus dem heißen Wasser und wringe sie gut aus. Entferne das Auswringtuch.
  4. Temperatur prüfen: Prüfe die Temperatur des Innentuchs an der Pulsseite Deines Handgelenkes. Erst wenn Du es 30 Sekunden gut aushaltest, kannst Du Dir das Tuch auflegen. Wenn Du es einer anderen Person auflegst, erkundige Dich, ob es als angenehm empfunden wird.
  5. Leberwickel richtig auflegen: Lege das Innentuch nun möglichst faltenfrei unterhalb des rechten Rippenbogens auf die Leberregion (rechter Oberbauch).
  6. Wickeln: Decke das Innentuch mit dem Zwischentuch gut ab. Das Zwischentuch muss das Innentuch vollständig überdecken und demnach größer sein. Wickle das große Außentuch nun eng um den Bauch herum. Lass möglichst keine Luftkammern entstehen. Ein Tipp an dieser Stelle für eine sanftere Variante: Wenn Du das Innentuch im Zwischentuch einwickelst, dann ist die Kompresse sanfter und nicht ganz so reizintensiv. Man spricht dann von einer Dampfkompresse.

Anwendungshinweise für die feucht-heiße Kompresse

Lasse den Wickel für max. 15 bis 20 Minuten aufliegen. Du kannst die Wirkung des Leberwickels verstärken, indem Du auf die äußerste Schicht ein Wärmeelement wie etwa ein Traubenkernkissen, ein Kirschkernkissen, eine Wärmflasche oder ein Hotpack legst.

Falls Du den Wickel als unangenehm empfindest, kannst Du ihn jederzeit entfernen. Gönne Dir im Anschluss unbedingt eine Ruhephase von ca. 15 Minuten.

Wichtig ist immer zu wissen, wenn man einen Leberwickel bei permanenter Müdigkeit oder bei Kopfschmerzen anwendet, kann es anfänglich zu einer Erstverschlimmerung kommen. Deswegen ist es wichtig den Leberwickel kurmäßig anzuwenden. Kurmäßig bedeutet täglich im Intervall von 5 Tage Anwendung und 2 Tage Pause. Dies über 3 - 4 Wochen hindurch. Auf so kurmäßige Impulse reagiert der Körper sehr nachhaltig. Auch im Rahmen einer Entschlackungskur kannst Du die feucht-heiße Kompresse kurmäßig anwenden.

Die feucht-heiße Kompresse gibt einen intensiven, „heißen“ Reiz an die Leberregion. Deshalb ist die feucht-heiße Kompresse oder auch die Dampfkompresse überall dort, wo Wärmeanwendungen kontraindiziert sind, nicht geeignet und dürfen somit zum Beispiel nicht angewendet werden bei:

  • akut entzündlichen Prozessen
  • inneren Blutungen
  • ungeklärten Bauchschmerzen
  • Personen mit Krankheitsbildern betreffend Herzerkrankungen, Hypertonie oder Diabetes (mögliche Durchblutungsstörungen)
  • Beschwerden im Klimakterium
  • nach Schlaganfällen
  • Menschen mit Sensibilitäts- oder Durchblutungsstörungen
  • verwirrten und desorientierten Menschen
  • Säuglingen und Kleinkindern

Wenn Du Dir bei der Anwendung einer feucht-heißen Kompresse unsicher bist oder oben genannte Kontraindikationen zutreffen, dann eignet sich als Alternative die körperwarme Ölkompresse.

Materialien für die körperwarme Ölkompresse

Für die körperwarme Ölkompresse brauchst Du diese Materialien:

  • 2 Einmaltupfer oder alternativ ein Leinentuch
  • 1 Kompresse für Pflanzenöle (alternativ einen Frottee-Waschlappen oder eine Kompresse aus Baumwolle)
  • 1 Wickeltuch (z.B. praktischen Bauch- und Rückenwickel oder Wollschal)
  • 1 Backpapier oder alternativ ein Wachspapier (doppelt so groß wie die Einmaltupfer)
  • 1 Wärmflasche oder alternativ ein medizinisches Wärmekissen/Traubenkernkissen oder ein Kirschkernkissen
  • Evtl. 1 Esslöffel
  • 1 Aromapflegeprodukt oder selbstgemachte Ölmischung (hier findest Du meine Empfehlung: Das richtige Öl für einen Leberwickel )

Anleitung Leberwickel machen als körperwarme Ölkompresse

  1. Einmaltupfer beträufeln: Lege die Einmaltupfer übereinander und gib sie auf die Kompresse für Pflanzenöle. Träufle nun je nach Auflagefläche ca. 3 bis 4 Pumphübe (bzw. einen halben bis einen Esslöffel) vom ausgewählten Aromapflegeprodukt bzw. von der Ölmischung auf die zwei Einmaltupfer.
  2. Kompresse anlegen: Lege die Kompresse mit der ölgetränkten Seite der Einmaltupfer auf den rechten Oberbauch (Leberregion). Extratipp: Falls die Temperatur der Ölkompresse beim Anlegen als unangenehm empfunden wird, kannst Du diese vorab anwärmen: die mit Öl benetzten Einmaltupfer in ein Back- oder Wachspapier (Schutzhülle) einwickeln und zwischen zwei Wärmequellen (z.B. Wärmeflaschen) angenehm temperieren.
  3. Fixieren: Abschließend fixierst Du das Ganze mit dem Wickeltuch.

Anwendungshinweise für die körperwarme Ölkompresse

Lasse die körperwarme Ölkompresse für mind. 1 Stunde aufliegen. Du kannst den Wickel je nach Empfinden auch gerne mehrere Stunden belassen, zum Beispiel die ganze Nacht über.

Wenn Du es noch wärmer magst, kannst Du eine Wärmflasche auf das äußerste Wickeltuch geben. Aber nur so lange wie Du die Wärme als angenehm empfindest. Die zusätzliche Wärme verstärkt die Aufnahme der Öle und wirkt so noch intensiver.

Begleitend zu einer Entschlackungskur, solltest Du die körperwarme Ölkompresse am rechten Oberbauch (Leberregion) täglich und kurmäßig anwenden. Kurmäßig bedeutet täglich im Intervall von 5 Tage Anwendung und 2 Tage Pause. Dies über 3 - 4 Wochen hindurch. Auf so kurmäßige Impulse reagiert der Körper sehr nachhaltig.

Wann und wofür ist ein Leberwickel geeignet?

Es gibt ja viele Gründe, warum die Leber überlastet ist: zu viel fettes Essen, zu viel Alkohol, Medikamente, Toxine also Giftstoffe, Stress, Lebenswandel und so weiter. Ein Leberwickel kann unterstützend helfen bei:

  • anhaltender Erschöpfung und Müdigkeit
  • traurigen Verstimmungszuständen (wenn einem sprichwörtlich „die Laus über die Leber gelaufen“ ist)
  • Schlafstörungen und nächtlichem Wachliegen (gerade in der Zeit zwischen 1 und 3 Uhr wird laut Organuhr der Leber-Meridian verstärkt mit Energie versorgt und wer unter einer starken Leberbelastung leidet, kann zu dieser Zeit wach liegen)
  • permanenten Kopfschmerzen ohne organische Ursache (der Grund dafür kann auch eine überlastete Leber sein)
  • Sehstörungen (nach Vorstellung der TCM „nährt“ die Leber die Augen)
  • permanentem Hautjucken (kann auf eine Fehlfunktion der Leber hinweisen)
  • Fastenkuren (Entschlackungskuren)
  • schlechter Verdauung (z.B. wenn man spät am Abend was schwer Verdauliches gegessen hat)

Oder Du machst einen Leberwickel ganz einfach zur Gesundheitspflege und -erhaltung um Dir und dem Organ Leber etwas Gutes zu tun.

Rosmarin, Lavendel & Co – Das richtige Öl für einen Leberwickel

Obwohl sie lokal angelegt werden, wirken Wickel auf die gesamte physische und psychische Befindlichkeit des Menschen. Der Wärmereiz regt den Organismus an und fördert das Wohlbefinden. Mit ätherischen Ölen als Zusatz kannst Du die gewünschten Effekte von einem Leberwickel verstärken.

Wie Du bereits in den Anleitungen für einen Leberwickel gelesen hast, verwende für die feucht-heiße Kompresse 2 bis 4 Tropfen ätherisches Öl im Wasser. Durch das Meersalz als Emulgator lösen sich die ätherischen Öle im Wasser auf. Für die Anwendung im Leberbereich eignen sich im Besonderen:

Bei der körperwarmen Ölkompresse empfehle ich Dir die ätherischen Öle Rosmarin verbenon bio (oder auch Rosmarin 1,8 cineol bio ) und Lavendel fein bio. Diese vermischst Du vor dem Auftragen mit einem fetten Pflanzenöl. Da bei der Frühjahrskur die Entgiftung (Reinigung) im Vordergrund steht, empfehle ich Bio Sesamöl mit seiner ausleitenden Wirkung:

Vermische die ätherischen Öle mit dem Sesamöl durch Schwenken in einer Glasflasche. Gib dann 1 EL von der Ölmischung wie in der Anleitung beschrieben, auf die Einmaltupfer.

Falls Du die Ölmischung nicht selbst herstellen möchtest, kannst Du ein gebrauchsfertiges Aromapflegeprodukt verwenden wie das Bauchwohlöl bio oder das Aktivierungsöl bio.

Wann ist die richtige Uhrzeit für einen Leberwickel?

Nach der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat jedes Organ seine Arbeits- und Ruhezeiten. Den Leberwickel solltest du idealerweise zwischen 13 und 15 Uhr auflegen, weil die Leber hier am aktivsten ist. Ein Leberwickel kann das Organ zu dieser Zeit somit am besten unterstützen.

Ist das für Dich in dieser Zeit jedoch aus irgendwelchen Gründen nicht möglich, dann hat der Leberwickel auch abends angewandt seine Vorteile, nämlich durch die beruhigende, entspannende Wirkung wird das Einschlafen gefördert.

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Ein Leberwickel ist die pure Gesundheitspflege für die Leber! Du kannst hiermit bereits sehr viel für Deine Gesundheit tun - lange bevor es zwickt und zwackt


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