Heuschnupfen vorbeugen – Expertin verrät, warum Du damit schon vor Frühling anfangen solltest!

Heuschnupfen vorbeugen – Expertin verrät, warum Du damit schon im Jänner anfangen solltest!

Deine geröteten und juckenden Augen und ständiger Niesreiz erinnern Dich jedes Jahr daran, dass die Pollensaison wieder losgeht?!

Vielleicht leidest Du ab dem ersten Niesen monatelang unter Pollenallergie.

Ich habe Andrea Gavanelli, Pharmazeutin und Expertin für Allergieprophylaxe, gefragt, was Du zur Vorbeugung machen kannst.

In diesem Interview erfährst Du zudem, warum Du damit schon vor Frühling anfangen solltest.

Warum solltest Du schon im Jänner mit Allergieprophylaxe anfangen?

Andrea: „Die ersten Allergien treten meist Anfang Jänner, spätestens an den ersten wärmeren Tagen im Februar, auf (je nachdem, wo man in Österreich zu Hause ist). Die Purpurerle, ein Neophyt, blüht zum Beispiel schon im Dezember.

Die Vorbereitung dauert erfahrungsgemäß eine gewisse Zeit, empfohlen sind 6–8 Wochen. Das heißt, Jänner ist oft für die ersten Pollen des Jahres sogar schon zu spät.

Für Allergiker, die auf die Gräser in den Sommermonaten ansprechen, ist dafür noch ein bisschen länger Zeit.

Und die „Ganzjahresallergiker“ haben leider generell Pech – für sie ist Prophylaxe und beaufsichtigte, angeordnete Therapie, ein ständiger Wechsel.“

Was passiert, wenn Du nicht schon zu Beginn des Jahres mit der Prophylaxe beginnst?

Andrea: „Besser spät als nie mit der Prophylaxe beginnen. Aber wer zu spät beginnt, kommt schon in die Allergiesaison. Dann kann man nicht mehr von Vorbeugen sprechen – sondern nur noch vom Symptome-lindern.

Viele Allergiker haben mehrere Allergene z.B. Frühblüher im Februar/März und dann im Sommer die Gräser. Da macht die Prophylaxe auch später im Jahr noch Sinn.“

Wie sieht die richtige Allergieprophylaxe aus? Was solltest Du dafür unbedingt machen?   

Andrea: „Es gibt nicht DIE richtige Prophylaxe. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte, die die Naturheilkunde empfiehlt. Jede*r sollte für sich überlegen: Was will ich machen? Was passt zu meinem Tagesablauf? Es erfordert auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenen Körper.

Generell bieten sich aber diese acht Möglichkeiten an:

Erstens, die Allergenkarenz. Das heißt, wenn Du die auslösenden Pollen kennst, kannst Du sie eventuell meiden.

Zweitens kannst Du die Ernährung etwas umstellen, tierisches Eiweiß reduzieren und dafür basische Ernährung forcieren – das heißt, viel Gemüse und wenig Kohlenhydrate essen. Positiv für den Darm und damit als Schutz vor Allergien sind Apfel, Haferflocken und Heidelbeeren. Beste Qualität von möglichst naturbelassenen Pflanzen aus biologischem Anbau setze ich voraus – also z.B. keine „Retorten“-Äpfel aus dem Supermarkt.

Drittens lohnt es sich, den Säure-Basen-Haushalt zu unterstützen: Durch Basenbäder oder mit Basenpulver.

Viertens solltest Du vermehrt Omega-Fettsäuren zu Dir nehmen. Zum Beispiel in Form von Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl oder Hanföl. Bei der Einnahme dieser fetten Pflanzenöle halte ich mich gerne an die Empfehlung von Ölexpertin Sabine Pohl: ½ - 1 Teelöffel über 4 bis 6 Wochen, danach 1 bis 2 Wochen Pause, anschließend wiederholen.

Fünftens kannst Du auch ätherische Öle für die Allergieprophylaxe nutzen. Öle wie Melisse, Atlaszeder, Zypresse, Ingwer oder Manuka kannst Du in entsprechender Verdünnung zum Beispiel als Raumspray, Körperspray, Raumduft, Badezusatz oder Nasenöl verwenden (Anm: den Link zum Rezept für das Nasenöl findest Du am Ende des Beitrages).

Sechstens kannst Du Probiotika verwenden, um Deine Darmschleimhaut zu stärken. Dadurch gelangen Allergene nicht ungehindert in den Körper. Zusätzlich helfen milchsaure Lebensmittel, wie Sauerkrautsaft , Apfelessig und Oxymel.

Siebtens empfehle ich dir, das Immunsystem homöopathisch zu stärken, z.B. mit Echinacea.

Achtens kannst Du Mikronährstoffe, Vitamine, zur Vorbeugung nutzen: Vitamin C fördert z.B. den Histamin-Abbau. Dieses kann man zum Beispiel in Form von Sanddornsirup zu sich nehmen. Auch Vitamin D ist sehr wichtig für das Immunsystem – was diese beiden Vitamine angeht, sind wir übrigens fast alle unterversorgt.

Jede*r sollte hier die Methode wählen, die individuell passt. Eine Ernährungsumstellung ist aber für alle empfehlenswert.“

Kannst Du die Prophylaxe auch machen, wenn Du nur einen Heuschnupfen vermutest, aber noch keine ärztliche Diagnose hast?

Andrea: „Allergieprophylaxe kann jeder machen, der eine Allergie hat oder zumindest eine vermutet. Auch wer gar keine Allergie hat, sondern an einer Unverträglichkeit leidet (Lactose, Fructose, wird oft vermischt), kann sich mit der Allergieprophylaxe nicht schaden. Meist haben bewusste Ernährung, Probiotika, usw. auch hier positive Effekte auf den Körper.

Eine ärztliche Diagnose ist nicht unbedingt nötig, hat aber den Vorteil, dass man dann das Allergen kennt und vermeiden kann (z.B. Gluten, Hühnereiweiß). Pollenallergiker*innen, die wissen, dass sie auf Schafgarbe reagieren, brauchen nicht zwingend die ärztliche Bestätigung. Eine Abklärung ist aber immer zu befürworten.“

Du möchtest gleich mit der Allergieprophylaxe loslegen?

Ich hoffe, das Interview von Andrea Gavanelli hilft Dir, trotz Heuschnupfen gut in die Pollensaison zu starten. Alle genannten ätherischen Öle bzw. fetten Pflanzenöle kannst Du direkt bei uns im Aromapflege-Shop bestellen und zu Dir nach Hause liefern lassen.

Herzlichst,
Evelyn Deutsch

Hier wie versprochen der Link zum Rezept für das Nasenöl zur Allergie-Prophylaxe: https://www.aromapflege.com/nasenoel-bei-pollenallergie-selber-machen

Hier die Links zu den genannten Produkten:

 

Literatur: Pohl, S. (2015): Schwarzkümmelöl das Gold der Pharaonen. In: Hand in Hand mit der Natur – Das Magazin für Aromapflege und Aromatherapie 2015: 5; S. 6-7.